Bling Bling auf 4 Rädern: Ambiente kennt keine Grenzen

Bling Bling auf 4 Rädern: Ambiente kennt keine Grenzen

Einige können nicht ohne, andere können es überhaupt nicht ab. Das Thema Beleuchtung gehört beim Tuning zu einem Bereich, der polarisiert wie kaum ein zweiter.
Und dabei geht es nicht nur um die berüchtigte Unterbodenbeleuchtung, sondern das Thema geht weit darüber hinaus. Gerade im Innenraum sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und LED-Lampen, Strips sowie diverse weitere Lichtinstallationen lassen das Licht-Tuning-Herz höherschlagen. In diesem Artikel wollen wir nicht nur die spektakulärsten Tunings aus Film und Fernsehen vorstellen, sondern dazu auch die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten beleuchten, die ein solcher Mod mit sich bringt.

Vom Set von der Stange zur Individuallösung
Dass Licht-Tuning keinesfalls verpönt, geschweige denn ein ausgefallenes Hobby ist, zeigt ein Blick auf die große Bandbreite von Lösungen, die es auf dem Markt gibt. Diese reichen von günstigen Sets aus LED Strips, die man im Onlinehandel kaufen kann, um sie dann nach Belieben selbst zu installieren, über anspruchsvollere Licht-Lösungen zum Selbsteinbau bis hin zu innovativen und individuell gestalteten Profi-Installationen, die das Auto in ein fahrendes Leucht-Kunstwerk verwandeln. Ein wichtiges Feature, das früher noch zur Profi-Lösung gehörte, ist mittlerweile schon in den günstigsten LED-Sets integriert: Nicht nur können bestimmte Szenen eingestellt, sondern per Fernbedienung Lichter auch individuell gesteuert werden.

Bewährte Erfolge durch Ambiente
Lichterstimmungen und stimmungsvolles Ambiente durch Beleuchtung gibt es nicht erst seit Tunern ihr Autoinnenraum zu langweilig wurde. Schon immer wurde der Blick anderer Menschen durch Licht gelenkt. Einen besonders umfangreichen Einsatz von Lichtern kennt man entsprechend und vor allem aus der Welt der Unterhaltungsindustrie. Gerade in Las Vegas und Atlantic City dachten sich die Pioniere der Branche Mitte des 20. Jahrhunderts einiges aus, um Besucher in die Casinos zu locken. Dazu gehörte es auch, die Fassaden mit aberhunderten Lichtern zu schmücken. Und auch innen sah es nicht weniger festlich aus. Man braucht sich nur einmal die nächtlichen Boulevards ansehen, an denen sich links und rechts die Etablissements aneinanderreihen. Hier findet jede Neonröhre Gesellschaft unter hunderten Röhren, Birnchen und Lämpchen und: fällt ins Auge.

Ähnliche Gedankengänge wie die Casinobetreiber finden sich heutzutage auch im Tuning. Wer tuned, will auffallen, soviel ist klar. Daher erfüllt auch jeder LED-Strip im Innenraum und jede Unterbodenbeleuchtung ihren Zweck als Aufmerksamkeitsfänger.
„You might wanna keep your eyes on the road, Playboy.“
Dass dies auch bei Autos wunderbar funktioniert, zeigt nicht zuletzt die Filmreihe „Fast and Furious“, bei der schnelle Autos und spektakuläre Auftritte zum wichtigsten Verkaufsargument gehören. Der Wagen, an denen sich aus dieser Filmreihe sicherlich die meisten erinnern werden, ist höchstwahrscheinlich der silber-blaue Nissan Skyline GTR von Brian O’Conner, gespielt von Paul Walker. Der Wagen musste im Film nur vorfahren, um seine eindrucksvolle Wirkung zu erreichen. Blaues Licht auf der Straße unter dem Wagen und im Wageninneren, sowie die vier kontrastierenden runden, roten Rücklichter sorgten für eine einmalige Plastizität, die den Blick einfangen und gar nicht mehr loslassen. Auch in der Realität hat kaum ein anderer Wagen eine derartige Präsenz, und das obwohl der zugrundeliegende Nissan eigentlich nur ein Mittelklassewagen ist.

Pimp my Ride
Es ist auch keine Frage, was bei der international erfolgreichen und vielfach adaptierten Fernsehserie „Pimp my Ride“ einer der wichtigsten Faktoren war, bei der Autos (meist ziemliche Rostlauben) bis zum Umfallen getuned wurden und am Ende kaum mehr von ihren Besitzern wiedererkannt werden konnten. Rapper und Gesicht der Serie Xzibit selbst war der Fan schlechthin von extravaganten Extras und so gehörte auch eine entsprechende Beleuchtung fast immer zur Standarderweiterung jedes Autos. Dies konnte zwar durchaus auch mal ein Kronleuchter sein, doch in den meisten Fällen handelte es sich um die unterschiedlichsten Unterboden- und Innenraumbeleuchtungen, die man sich vorstellen kann. Da wurden von Seiten MTV keine Kosten und Mühen gescheut.

„Da wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen!“
Die teuerste, gleichzeitig aber auch gefährlichste Auto-Innenbeleuchtung wurde allerdings mit Sicherheit 1985 von Doc Brown erfunden. Der umgebaute Delorean DMC-12, mit dem Marty McFly in der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft reiste, wurde von einem Kernreaktor angetrieben, der das Wageninnere in ein wohlig-kaltes Blau hüllte. Es ist kaum vorstellbar, dass schon der erste Film bis heute eine derartige Fangemeinde angesammelt hätte, würde der Wagen nicht so spektakulär aussehen. Für die passende Unterbodenbeleuchtung sorgten zudem die Feuerspuren, die das Auto ab einer Geschwindigkeit von 88 Meilen in der Stunde, bzw. 140 km/h auf dem Boden hinterließ. Das schlägt möglicherweise sogar den Auftritt des Nissan Skyline.
Fazit

Licht-Tuning polarisiert in der Tuner-Szene wie kaum etwas anderes. Die einen sehen es als überflüssige Effekthascherei an, die anderen als stimmungsvolle Abrundung eines tollen Fahrzeugs. Am Ende muss jeder selbst wissen, wie und wo er an seinem Auto schraubt und was ihm gefällt. Anderen da hineinzureden oder sie aufgrund von geschmacksbasierten Tuning-Entscheidungen zu kritisieren, ergibt keinen Sinn und gehört auch nicht in die tolerante Tuning-Szene. Am Ende bastelt jeder an seinem eigenen Auto und dort sollte auch der Hauptfokus der kritischen Auseinandersetzung liegen.