Definition und Geschichte der Essen Motor Show

 

Definition und Geschichte der Essen Motor Show

 

 

Die Essen Motor Show ist eine Automobilmesse, deren Schwerpunktthemen Automobile, Motorsport, Tuning und Old- bzw. Youngtimer sind. Die Messe findet jedes Jahr Ende November/Anfang Dezember in EssenRüttenscheid in den Messehallen der Messe Essen neben dem Grugagelände statt.

Auf der Messe zeigen Automobilhersteller ihre Neuheiten, im Bereich Tuning reicht das Spektrum bis hin zu „Edeltunern“ wie z. B.Brabus, es präsentieren sich die Rennteams großer Hersteller genauso wie die im Motorsport aktiven Verbände (z. B. ADAC und DMSB). Neben den Schwerpunktthemen gibt es jedoch kaum ein „automobiles Thema“, das nicht auf der Essen Motor Show vertreten wäre: Es werden genauso Design-Studien gezeigt wie „Crazy Cars“ oder außergewöhnliche Motorräder. Rennwagen der aktuellen Saison stehen hier neben historischen Rennwagen, es gibt Zubehör zu kaufen, genauso werden Sammler von Modellautos hier fündig. Seit dem Start der Essen Motor Show haben mehr als 10,5 Mio. Menschen diese Messe besucht. Auf dem Sektor Tuning und sportliche Fahrzeuge gilt sie als die größte und wichtigste Fach-Messe der Branche weltweit.

Diese Veranstaltung gilt als Bindeglied zwischen Fans, Unternehmen, Motorsport-Verbänden und Rennveranstaltern, bei der einmal jährlich alle Neuheiten rund um das Thema „Automobil“ vorgestellt und begutachtet werden können. Zusätzlich werden dort neue Produkte aus dem Bereich Tuning oder Zubehör gezeigt.

 

Standort

Standort der Essen Motor Show ist die Ruhrmetropole Essen, Europäische Kulturhauptstadt 2010. Die Messe-Veranstaltung belegt jedes Jahr mit jeweils deutlich mehr als 500 Ausstellern die kompletten Hallen der Messe Essen mit insgesamt rund 105.000 m² Fläche. Die Messe selbst liegt im Stadtteil Rüttenscheid, der geprägt ist von einem umfangreichen Shopping-Angebot und viele Kneipen und Restaurants bietet. Aufgrund der innerstädtischen Lage empfiehlt es sich, mit dem öffentlichen Nahverkehr anzureisen oder einen der Messeparklätze im Umfeld zu nutzen.

 

Geschichte 

Die 1960er 

Die Essen Motor Show fand das erste Mal 1968 unter dem Titel „1. Internationale Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen“ statt. „Erfinder“ der Veranstaltung war der damals 25-jährige und automobilbegeisterte Wolfgang Schöller, der bis heute als Koordinator für das Event fungiert. Seine Idee war, die Ausstellung als Saisonabschluss des Motorsportjahres stattfinden zu lassen und dort insbesondere die siegreichen Wagen der Saison zu zeigen. Am 2. November 1968 eröffnete die erste Ausstellung auf gerade mal 7.000 m² Ausstellungsfläche. Der Erfolg der ersten Ausstellung übertraf alle Erwartungen. Zeitweise mussten die Organisatoren und die Messeleitung beim Verkauf der Eintrittskarten mithelfen. Unter den Ehrengästen fand sich direkt auch der Rennsportstar der damaligen Zeit schlechthin: Graham Hill, der einen Tag nach der Eröffnung der Ausstellung in Essen im fernen Mexiko den Formel-1-Weltmeister-Titel gewonnen hatte. Insgesamt kamen 57.000 Besucher.

Die 1970er 

Nach der ersten Messe wurden Kontakte zum damaligen Formel-1-Fahrer Jochen Rindt geknüpft, der in Wien eine eigene Rennwagen-Schau veranstaltete. Für 1970 war vorgesehen, die Zusammenarbeit mit Jochen Rindt zu intensivieren. Der Titel der Ausstellung wurde in „Jochen-Rindt-Show – Int. Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen“ geändert. Am 5. September 1970, also knapp drei Monate vor der Eröffnung, verunglückte er in Monza tödlich. Trotzdem wurde die Messe wie geplant unter dem neuen Titel durchgeführt. Die Besucherzahl verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf fast 125.000, die Ausstellungsfläche stieg auf 25.000 m². Nina Rindt, Jochen Rindts Frau, stand der Messe weiter zur Verfügung und blieb bis 2005 als Beraterin der Essen Motor Show tätig. 1972 war die Ausstellungsfläche auf 34.000 m² gewachsen und es kamen fast 150.000 Besucher. Ein Rückschlag kam 1973, als im Zeichen der Ölkrise und der Sonntag-Fahrverbote die Besucherzahl auf 84.600 fiel. Da halfen auch keine PR-Aktion, wie z. B. die Auftritte von Rennfahrer Rolf Stommelen, der hoch zu Ross in die Hallen ritt oder von Formel 1-Fahrer Ronnie Peterson, der mit dem Fahrrad kam. Erst 1978 konnte die Messe mit 160.000 Besuchern wieder einen neuen Rekord vermelden. 1978 wurde der Titel der Ausstellung in „Int. Motor Show Essen geändert, weil die bisher eigenständige Motorrad-Show in der Messe Essen in die „Sport- und Rennwagen-Ausstellung“ integriert wurde.

Die 1980er 

1982 kam ein eigener Ausstellungsbereich für Oldtimer und Classic Cars hinzu. Ebenfalls neu war in diesem Jahr das „Show-Center“, eine Präsentationsfläche für historische Automobile, Design-Studien und extravagante Fortbewegungsmittel. Die Ausstellungsfläche war auf 65.000 m² gestiegen. 1984 kamen zum ersten Mal über 200.000 Besucher. Seit 1987 ist der ADAC ideeller Träger der Essen Motor Show. 1988 kamen schon 332.800 Besucher.

Die 1990er 

1990 wurde die Messe Essen noch einmal ausgebaut, sodass nun 90.000 m² zur Verfügung standen. Die Besucherzahl überschritt erstmals die Marke von 350.000. 1992 wurde der Tuning-Bereich gemeinsam mit dem VDAT (Verband Deutscher Automobil-Tuner) erweitert, die Hallen 10/11, in denen die erste Motorshow stattgefunden hatte, wurden nun zum „VDAT-Salon“. Ab 1996 hieß die Veranstaltung „Essen Motor Show International“.

2000er

Das neue Jahrtausend startete für die nun nur noch als „Essen Motor Show“ auftretende Messe mit einer erneuten Erweiterung. Es konnte eine neue Messehalle in Betrieb genommen werden, wodurch die Ausstellungsfläche auf mehr als 100.000 m² stieg. Parallel fand zum ersten Mal der „Hallo, wie geht’s“-Abend statt, ein seither jährlich stattfindender Abend, auf dem sich ehemalige Rennfahrer, Rallye-Piloten und Sportchefs treffen und zu dem inzwischen stets deutlich mehr als 200 „Ehemalige“ anreisen. 2001 wurde zum ersten Mal mit 409.200 Besuchern die 400.000er-Marke überschritten, 2004 waren es schließlich 416.500 Besucher. Seither hat sich die Besucherzahl zwischen rund 360.000 und 400.000 eingependelt. Zugleich veränderte sich die Ausstellung: Seit 2005 spielt auch das sogenannte „Eco-Tuning“ (ökologisches Tuning, d.h. Spritspar-Tuning) eine sehr wichtige Rolle. 2006 kam die „Motor Sport Meile“ in einer 250 Meter langen Halle hinzu, ein zentraler Treffpunkt in der Messe für aktive Motorsportler und Fans. 2007 fand die Essen Motor Show zum 40. Mal statt und lief unter dem Motto „40 Jahre automobile Leidenschaft“. Zu dieser Jubiläumsmesse kamen mehr als 350.000 Besucher. In der Halle 1A wurde mit dem „Essen Showground“ erstmals eine eigene Party-Area in der Essen Motor Show eröffnet. Sie löste damit den „Show-Center“ ab. Seit dem Jahr 2008 hat die Essen Motor Show eine weitere Aufwertung des Themas Motorsport zu bieten: So wurde die Halle 6.0 zu einer reinen Motorsport-Halle deklariert, und in der Nachbar-Halle 7.0 wurde ein Drift-Parcours eingerichtet.

Heute ist die Essen Motor Show nach der IAA die zweitgrößte Fahrzeug-Messe und zugleich die größte jährlich stattfindende Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

 

Text von der Essen Motorshow netterweise zur Verfügung gestellt

 

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