Reifentechnik: Auswuchtgewichte – Welche Materialien sind erlaubt?

Bei der Wahl der richtigen Auswuchtgewichte für seine Autoreifen, steht man häufig vor einem verwirrenden Angebot. Während vor einigen Jahren noch Bleigewichte weit verbreitet waren, sind diese aufgrund von Umweltschutzmaßnahmen längst nicht mehr salonfähig. Einzug gehalten haben dafür andere, nachhaltigere Materialien. In diesem Eintrag wird Ihnen alles, was Sie über die Beschaffenheit moderner Wuchtgewichte wissen müssen, näher erklärt.

Blei

Bleigewichte, wie Sie heute noch in vielen Gebieten der Welt verwendet werden, sind in Europa seit länger als einem Jahrzehnt Geschichte. Grund hierfür war ein Beschluss der EU-Kommission im Jahr 2002, um die Umweltverschmutzung durch abfallendes Blei, dass schließlich in der Natur landet, einzuschränken. Nach und nach wurden diese aus dem Verkehr gezogen, sodass man heute nur noch selten auf abgefallene Bleigewichte am europäischen Straßenrand trifft. Ähnliche Initiativen und Beschlüsse wurden auch von einigen US-Staaten umgesetzt. Dennoch werden Auswuchtgewichte aus Blei im Großteil der Vereinigten Staaten nach wie vor verwendet.

Damals war Blei aufgrund seiner hohen Dichte, als schweres und zugleich elastisches Material, sehr begehrt. Nach der Feststellung seiner schädlichen Eigenschaften für Mensch und Natur, änderte sich diese Einstellung allerdings rasch.

Zink

Auswuchtgewichte aus Zink sind im heutigen Europa am öftesten verbreitet. Erkennbar sind diese an der Abkürzung „Zn“. Als umweltfreundliche Alternative, setzten sich diese, kurz nach dem Beginn der Verbannung von Bleigewichten aus dem Straßenverkehr, ab dem Jahr 2002 schnell durch. Ihr Gewicht kann bis zu 60 Gramm betragen. Aufgrund ihrer niedrigeren Dichte, sind Zinkgewichte größer als gleich schwere Bleigewichte, was vor allem zu Beginn der Einführung zu einigen Pannen und Schäden an Fahrwerk und Bremsanlagen führte.

Mittlerweile lassen sich Zinkgewichte, wie man sie beispielsweise bei RP-Tools findet, allerdings problemlos mit modernen Wuchtmaschinen an jedem Reifen anbringen und wieder abnehmen. Damit steht einer sicheren und angenehmen Fahrt nichts mehr im Weg.

Stahl

Als zweite Alternative setzten sich auch Wuchtgewichte aus Stahl durch. Ihre Abkürzung „Fe“ ist häufig am Rand der Gewichte aufgedruckt. Diese zeichnen sich in erster Linie durch ihre enorme Temperaturbeständigkeit aus. Ihr größter Nachteil liegt in der geringen Elastizität des Materials, die bei unvorsichtigem Arbeiten in schnellem Brechen resultiert und eine perfekte Anformung an die Felge erschwert.

Häufig werden Stahlgewichte mit einem Zinküberzug beschichtet, um die, durch die elektrochemische Spannung ausgelöste, Korrosion (Verrostung) der Aluminiumfelge und des Wuchtgewichts selbst zu verhindern. Da Stahl ebenfalls eine niedrigere Dichte besitzt als Blei, ist auch diese Art von Auswuchtgewicht größer bei gleichbleibender Masse.

Es gibt noch weitere Materialien, von Wolfram bis hin zu Zinn, die sich aufgrund ihrer hohen Dichte zur Herstellung von Auswuchtgewichten eignen. Da diese Stoffe in ihrem Abbau und ihrer Herstellung jedoch wesentlich teurer sind, haben sich Zink- und Stahlgewichte in der verbreiteten Praxis durchgesetzt und sind heute am öftesten auf Autoreifen zu finden.